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Saxophon spielen – dein schönstes Hobby?

Saxophon spielen – dein schönstes Hobby?

Artikel von Bernd Hartnagel – ©2017 SaxVideoTraining.com

Hast du gerade mit dem Saxophon spielen angefangen?
Ja?
Dann lies hier weiter. Diesen Artikel habe ich für dich geschrieben.

Egal, ob du mit einem Lehrer zusammen Saxophon lernst oder ob du dich autodidaktisch ans Werk machst, du brauchst unbedingt das richtige “Saxophonbuch”.

Man nennt das auch eine “Saxophonschule”. Ein Buch also, das dich auf dem Weg zum Saxophon-Erfolg begleitet, das dir viele gute Tipps gibt und dir im besten Fall schöne Songs und Melodien liefert, ohne langweilig zu werden.

Einleitung

Früher, als ich meine ersten Saxophon-Griffe lernte, gab es nicht viel Auswahl an Saxophonschulen. Eigentlich gab es nur zwei verschiedene Bücher, mit denen man lernen konnte. 1.) Das Saxophonbuch von Klaus Dapper und 2.) Eine alte klassische Saxophonschule von Marcel Mule.
Das Saxophonbuch von Dapper war die “moderne” Variante und damals der Bestseller in den Musikgeschäften.

Wer heute im Internet nach einer Saxophonschule sucht, wird von den Suchergebnissen regelrecht erschlagen. Die Qual der Wahl, das ist unser heutiges Thema.

Ich möchte dir in diesem Artikel ein wenig Hilfe bei deiner Suche anbieten, und dir zu den bekanntesten Büchern eine kleine Zusammenfassung schreiben. Natürlich sind alle Geschmäcker verschieden. Was dem kleinen Paul gefällt, gefällt dem Hans und der Moni überhaupt nicht und umgekehrt. Ich denke aber, man kann die wichtigsten Bücher ganz vernünftig nach verschiedenen Kriterien ordnen und dir eine erste Idee davon geben, was der Inhalt hergibt.

Ich habe Saxophonschulen in die engere Wahl genommen, die meiner Meinung nach, recht brauchbar aufgebaut sind, ein breites Spektrum abdecken und nicht zu langweilig sind. Es sind alles Anfängerschulen. Man kann also bei Null anfangen und braucht keine Vorkenntnisse.

Wenn du dich jetzt fragst: “Warum soll ich dem Hartnagel glauben? Warum weiß der das?”, kann ich dir in zwei Sätzen erklären wieso ich die ganzen Bücher kenne.

Ich bin schon seit über 20 Jahren Saxophonlehrer und teste gerne neue Bücher aus…Punkt.
Die Schüler sind meine “Versuchskaninchen mit Saxophon”. Jung und alt, Anfänger und Fastprofi…ich habe sehr viel gelehrt und auch sehr viel mit meinen Schülern gemeinsam gelernt.

So, ich habe lange genug eingelitten…Wir starten

Zur Auswahl stehen folgende Bücher. Die Reihenfolge der Vorschläge soll kein Ranking sein!

  • Das Saxophonbuch – von Klaus Dapper
  • Saxophon spielen – mein schönstes Hobby – von Dirko Juchem
  • A New Tune A Day – Ned Bennett
  • Hören, Lesen & Spielen – Michiel Oldenkamp und Jaap Kastelein
  • Das große Buch für Saxophon – Torsten Skringer
  • Die Jazzmethode für Saxophon – John O´Neill

Das Saxophonbuch – von Klaus Dapper

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Ein solides Lehrwerk für alle Saxophone, für Junge und Erwachsene.

Das Dapper Saxophonbuch hat sich lange bewährt. Ich selbst habe mit diesem Buch das Saxophonspielen begonnen und wie man sieht auch ganz gut gelernt.

Das Buch bietet eine gute Mischung aus Liedern, Etüden und Übungen und ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet. Man beginnt bei Null und kann, wenn man das Buch komplett durcharbeitet, am Ende ganz passabel vom Blatt spielen, kennt die wichtigsten Dur und Molltonleitern und ist rhythmisch auf einem mittleren Niveau. Es bietet also sehr viel Inhalt.

Sehr gut!

Die darin enthaltenen Übungen sind sehr gut. Ich habe sehr viele dieser Übungen in meinen Lehrplan übernommen. Teils original oder ein wenig abgewandelt funktionieren diese sehr gut und ich weiß, dass die Schüler schnell Fortschritte machen.

Viele Spielstücke – viel Inhalt

Man kann ganz locker 1 bis 2 Jahre damit lernen. Stücke sind abwechselnd aus den Bereichen Klassik, Volkslieder, Jazz und Pop. Und es gibt einige Duette, damit der Schüler auch unabhängig vom Lehrer lernt seine Stimme zu spielen. Das ist eine gute Vorbereitung auf das Ensemblespiel oder für eine Band.

Nicht so gut!

Die Liedauswahl ist manchmal etwas altbacken und langweilig. Da begegnet man Liedern wie “Buffonentanz”, was klingt wie vom anderen Stern! Die richtig fetzigen Saxophonhits aus Blues oder Jazz findet man in diesem Buch eher weniger. Deswegen würde ich das Buch auch nur in Kombination mit anderen Stücken oder Büchern zum Lernen empfehlen.

Begleit CD ist eher schwach

Es gibt eine Begleit CD mit Klavier. Das ist ganz ok, aber haut mich nicht vom Hocker. Es wäre sicherlich mit wenig Aufwand möglich eine bessere CD zu produzieren und eventuell ein Begleitheft für den Lehrer beizulegen, mit dem er auf dem Klavier die Akkorde zu den Songs spielen könnte. Die CD enthält zwar ein Dokument mit Noten zum Ausdrucken, aber ideal ist das nicht.

Nix für die ganz Kleinen

Das Buch eignet sich für Schüler ab 10 Jahren. Für Kinder, die früher mit dem Saxophon beginnen möchten gibt es bessere Bücher, die ich übrigens auch gleich vorstellen werde.

Saxophon spielen – mein schönstes Hobby – von Dirko Juchem

Buch anschauen
Das wohl bekannteste Saxophonlehrbuch zur Zeit. Geschrieben von Dirko Juchem, dem bekannten Autor für Saxophon Lehrwerke beim Schott Verlag.

Wenn man im Internet nach “Saxophonbuch” sucht, erscheint ein bestimmtes Buch immer ganz weit vorne: “Saxophon spielen – mein schönstes Hobby”. Das Buch ist Teil einer ganzen Reihe aus dem Schott Verlag, alle mit dem “…schönsten Hobby” im Titel.
Wenn Saxophon-Neulinge sich im Musikfachhandel nach Büchern umschauen, empfiehlt man ihnen zu 95 Prozent dieses Buch. Ein Bestseller also!

Dirko Juchem ist als Saxophonlehrer ein alter Hase und auch schon sehr lange im Showgeschäft. Er selbst kommt ursprünglich von der Querflöte und hat in seiner Musikerkarriere als Sideman für Schauspieler Harald Juhnke oder Schlagersänger Thomas Anders gespielt.

Jetzt ist Dirko Juchem häufig für Jupiter Saxophone auf Werbe- und Workshop-Tour und bringt regelmäßig neue Saxophonbücher beim Schott Verlag heraus.

Das Buch “Saxophon spielen – mein schönstes Hobby” ist genau wie der Dapper sehr vielseitig, und für Junge und Erwachsene gut geeignet. Man kann hier ebenfalls bei Null beginnen und die wichtigen Themen werden gut und ausführlich erklärt.

Sehr gut!

Es gibt eine Begleit CD mit Band. Klarer Vorteil! Die Playbacks klingen ganz gut und sind oft sehr abwechslungsreich instrumentiert und haben einen guten Sound. Die Lieder sind viel “frischer” als beim Dapper und die Schüler mögen die verschiedenen Musikstile wie Bossa Nova, Pop und Reggae. Man findet in diesem Buch auch ein paar Hits aus dem Popbereich, die leicht zu spielen sind und für die Schüler sehr motivierend sein können, weil sie eben gut klingen. Auch sehr positiv ist, dass Dirko die Lieder auf der Begleit CD vorspielt. So kann man gut im Selbststudium mit diesem Buch arbeiten.

Nicht ganz so gut!

Wie das immer so ist: Die Geschmäcker sind verschieden. Nicht jeder Schüler findet die Auswahl der Lieder gut. Neben bekannten Liedern aus dem Pop und Rockbereich gibt es auch einige neu arrangierte traditionelle „Volkslieder“ (das ist aber in anderen Büchern genauso). Ich merke nur, dass meine Schüler immer auf die bekannten Popsongs zusteuern und die traditionelleren Volkslieder auch mal gerne überblättern.
Der Schwierigkeitsgrad der Lieder und der Übungen nimmt bis Hälfte des Buches stetig zu (was sehr gut gemacht ist), und dann folgen auch wieder leichtere Lieder. Das ist für manchen etwas irritierend, andere Schüler freuen sich aber und können etwas durchschnaufen.

A New Tune A Day – Ned Bennett

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Saxophon und Englisch gleichzeitig lernen!

Der Grund, warum ich dieses Buch vorstelle, ist die sehr gute didaktische Arbeit und die damit verbundenen schnellen Erfolge der Schüler.
Ich habe mir das Buch besorgt, weil ich eine englische Muttersprachlerin unterrichtet habe. Für sie war die Mischung aus Saxophonlehrbuch und englischer Sprache perfekt und ich dachte mir es sei vielleicht eine gute Idee Saxophon- und Engischlernen zu kombinieren.

Das Buch erscheint in einer Doppelausgabe (Band 1 und 2) und ist sehr günstig zu haben. Es gibt auch hier eine Begleit CD, die man aber nicht unbedingt braucht. Man kann sehr einfach nur mit den angebotenen Liedern und Duetten lernen.

Gut gemacht!

Der größte Vorteil an diesem Saxophonbuch ist der sehr gelungene Aufbau. Die Lektionen sind inhaltlich super gegliedert und sehr übersichtlich. Der Schüler sieht immer direkt, um was es geht, welche Themen neu hinzukommen, und auf der Folgeseite wird das Gelernte mit einem Lied und einer Übung vertieft. Dieser klare Aufbau wird im gesamten Buch beibehalten. Es ist kompakt, ohne Schnickschnack drum herum und didaktisch sehr gut gelöst. Der Autor weiß wie es läuft. Das Buch ist für junge und erwachsene Schüler geeignet. Für ganz Kleine (7-9 Jahre) allerdings nicht so ideal.

Blöd oder doch gut?

Ein Nachteil ist vielleicht die englische Sprache. Ich denke es kann aber auch ein Vorteil sein. Man lernt eben Engisch nebenbei!

Hören, Lesen & Spielen – Michiel Oldenkamp und Jaap Kastelein

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Das Buch Hören, Lesen & Spielen ist Teil einer ganzen Serie für alle möglichen Instrumente. Für Saxophon gibt es 3 Teile. Jedes Buch hat eine Begleit CD mit vielen Playbacks, Hörbeispielen und Hörübungen. Gerade die Übungen für Gehörbildung habe ich so noch nie woanders gefunden. Das Buch eignet sich hervorragend für jüngere Schüler und sogar für Schüler ab 7 Jahren. Die Lieder sind sehr einfach nachzuspielen, klingen sehr gut und haben zusammen mit der Begleitmusik einen tollen Motivationseffekt für die Schüler.

Gut gelöst!

Besonders für jüngere Kinder ist es sehr wichtig in einem Buch Schritt für Schritt und Kapitel für Kapitel weiterzugehen. Es ist ein bisschen so wie ein Etappenziel beim Sport. Das Kind kann das erreichte Zwischenziel abhaken. Das motiviert sehr.

“Wow, ich bin schon bei Kapitel 10!”
“ Ich habe schon über die Hälfte geschafft.”

Der Schwierigkeitsgrad steigt langsam und es gibt sehr viele kleine Lieder und Übungen, die Spass machen und das Saxophon lernen nie langweilig werden lassen.
Besonders gut gefällt mir, dass die Autoren nicht nur mit Noten und Blattlesen arbeiten, sondern viel Platz für kleine Improvisations-Spielchen geschaffen haben und auch sehr auf die Gehörschulung eingehen. Bei vielen anderen Büchern kommen die Ohren immer zu kurz.

Nicht so ideal!

Das Buch ist nur für kleine Schüler interessant. Kinder im Jugendalter finden die Liedchen manchmal etwas “uncool!”.

Das große Buch für Saxophon – Torsten Skringer

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Ambitioniertes Saxophonlehrbuch – nicht nur für Anfänger geeignet.

Torsten Skringer ist Deutschlands angesagtester Pop- und Funk-Saxophonist. Er hat ganz schön was auf dem Kasten. Er kann beim Solieren richtig abfeiern und es macht riesen Spaß seinen fetten Funk-Lick-Apparaten zu lauschen. Richtig bekannt geworden ist er durch die Stefan Raab Show “TV-Total”, wo er in der Hausband “Heavytones” mitspielte.

Sein Buch ist relativ neu auf dem Markt und erobert gerade, langsam aber mit Nachdruck, die Bestsellerlisten auf dem Saxophon-Büchermarkt. Ich habe es mir natürlich gleich besorgt, weil ich wissen wollte “was der Skringer so anders macht…” Und ich muss sagen, er macht es wirklich anders, und er macht es auch ziemlich gut!

Sehr gut!

Das Buch ist zwar für absolute Anfänger gedacht, aber nach einigen Kapiteln wird es sehr anspruchsvoll. Das ist für manche Schüler sehr gut und für andere eher schlecht! Man muss sich ganz schön ranhalten bei diesem Lehrwerk.
Das Buch ist gut aufgebaut, mit vielen nützlichen Übungen und sehr schönen Playbacks. Ich denke das Buch eignet sich vor allem für erwachsene Schüler. Für kleinere Kinder fehlt mir die nötige Verspieltheit.
Sehr positiv finde ich die allgemeinen Tipps von Torsten in den zahlreichen Zwischenkapiteln. Ansatz, Atmung, Haltung und das Thema Üben sind gut erklärt. Auch das Layout und die Aufmachung sind sehr klar und übersichtlich und man findet alles sehr schnell.
Man merkt dem Buch schnell den professionellen Anspruch seines Autors an. Für ein Anfängerbuch ist das manchmal etwas zu viel.
Das Buch vermittelt dem Schüler alle 12 Durtonarten, die komplette Saxophon-Tonspanne (vom tiefen Bb bis zum hohen Fis) und trimmt ihn rhyhtmisch auf 1/16tel Offbeats. Und kurz wird auch noch in 2 kleinen Kapiteln erklärt wie Swing und Funk funktioniert. Das ist sehr ambitioniert und nur für die fleißigsten Über umsetzbar. Die Latte liegt also ziemlich hoch.

Nicht so ideal!

Es gibt nach meinem Geschmack zu wenige Lieder, mit denen die Schüler neuen Stoff festigen können. Man merkt schnell, dass der Schwierigkeitsgrad in der zweiten Hälfte größere Sprünge nach oben hüpft. Das kann für langsamere Schüler etwas demotivierend sein, oder der Schüler denkt vielleicht: “Ich kann gar nix. Ich bin zu schlecht”.
Die Übungen beginnen ganz easy und bis zur Hälfte des Buches ist auch alles im grünen Bereich. Aber dann, ab Kapitel 10 oder 11, macht der Autor ein größeres Fass auf. Es kommen mehrere Vorzeichen dazu, die Rhythmik wird komplizierter und die Stücke sind schneller. Und das alles auf einmal. Für gute und ehrgeizige Schüler ist das wahrscheinlich kein Problem, aber ich kann mir gut vorstellen, dass einige an dieser Hürde stolpern oder zumindest ein wenig frustriert sind.
In den letzten 4 Kapiteln geht es ins nächste Level: Fis Dur (6 Kreuze), Swing in einem kurzen Kapitel abgehandelt, Funk mit 1/16tel Offbeat-Rhythmik, Huch!…das sind schon richtige “Heavytones”.

Die Jazzmethode für Saxophon – John O´Neill

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Anfängerbuch speziell für die Freunde des Jazz

Das Buch ist gut geeignet, wenn die Schüler Lust haben mit jazzigen Playbacks zu üben. Als Jazz-Saxophonist macht es mir natürlich großen Spaß mit meinen Anfänger-Schülern zu diesen schönen Playbacks zu spielen. Und die sind richtig gut gemacht. Selbst am Anfang, wenn die Lieder nur ein paar Töne beinhalten kann man wunderbar damit üben. Die Stücke und die Playbacks sind leider oft etwas zu kurz geraten und es wäre schön, wenn der Autor ein paar Wiederholungen eingebaut hätte.

Hurra!

Was mir bei diesem Lehrbuch sehr gut gefällt ist die unkonventionelle Herangehensweise, die aber sehr gut funktioniert. Tatsächlich unterscheidet sich die “Jazzmethode” sehr stark von allen anderen Lehrbüchern, was das ganze sehr frisch und unverbraucht macht. In Kombination mit anderen “normalen” Schulen ist es sehr motivierend und man kann wunderbar damit lernen. Ich habe mit diesem Buch gute Erfahrungen mit erwachsenen Schülern gemacht. Es gibt auch Kinder, die auf Jazz abfahren und richtig Spaß an den Playbacks haben, obwohl es nach “Cool Jazz” oder “Modern und Modal” klingt.

Weniger cool!

Auch bei diesem Werk habe ich das Gefühl, dass es didaktische nicht richtig durchdacht ist. Es ist alles super easy bis zum zweiten Drittel des Buches. Dann kommt aus heiterem Himmel ein Song in H Dur (5 Kreuze) und der Schwierigkeitsgrad zieht extrem an.
Genau an der Stelle wird für viele Schüler der Spaß zum Frust. Viele kommen dann lange nicht über diese Schwelle und legen das Buch ins Regal zurück. Viele Lehrer, die mit diesem Buch gearbeitet haben, können mir das bestätigen.

Was soll ich denn jetzt kaufen? FAZIT

Die Auswahl ist groß. Und das macht es nicht einfacher. Jedes der vorgestellten Bücher hat einen anderen Schwerpunkt.
Um selbst eine Idee davon zu bekommen, mit welchem Buch du lernen willst, ist es am Besten wenn du es in die Hand nehmen kannst und ein bisschen darin herum blätterst. Das geht nur im Fachhandel, nicht im Internet. Hör dir die Playbacks auf den Begleit CDs an. Und lies ein wenig im Buch herum, um ein Gefühl für die Sprache des Autors zu bekommen. Erklärt er gut und verständlich, oder weißt du nach dreimal lesen immer noch nicht was er will?
Mit diesem Artikel plus deinem persönlichen Eindruck kannst du bestimmt eine gute Kaufentscheidung treffen. Vielleicht willst du auch mit mehreren Büchern lernen. Das ist auch eine gute Idee. Nicht alle Lieder im Buch sind toll. So kannst du deine Lieblingssongs aus verschiedenen Büchern abwechseln und es wird nicht langweilig.

Für wen eignet sich welches Buch?

Für kleine Kinder (7-9): Hören, Lesen & Spielen

Für Kinder und Erwachsene: Das Saxophonbuch (Dapper), Saxophon spielen – mein schönstes Hobby (Juchem), A New Tune a Day

Für Erwachsene: Das große Saxophonbuch (Skringer), Die Jazzmethode für Saxophon, und auch die anderen Bücher (außer Hören, Lesen & Spielen)

Die besten Playbacks: Die Jazzmethode für Saxophon, Das große Saxophonbuch (Skringer), Hören, Lesen & Spielen, Saxophon spielen – mein schönstes Hobby (Juchem)

Didaktisch am Besten aufgebaut: Hören, Lesen & Spielen, A New Tune a Day

Viel Inhalt: A New Tune a Day, Das Saxophonbuch (Dapper)

Am anspruchsvollsten: Das große Saxophonbuch (Skringer)

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Schon zu alt zum Saxophon lernen?
 Wer sowas sagt hat keinen Plan…

Schon zu alt zum Saxophon lernen?
 Wer sowas sagt hat keinen Plan…

Hallo liebe Saxophon-Freunde,

ich werde immer wieder gefragt, ob es eine Altersgrenze für das Saxophonlernen gibt. „Bin ich mit 45 Jahren schon zu alt, um mit dem Saxophon spielen anzufangen?“ „Ich habe noch nie ein Instrument gelernt, geht das jetzt überhaupt noch?“ „Ich kann überhaupt keine Noten, wie soll ich denn da ein Instrument lernen.“

Ich will euch ein wenig helfen und erzähle euch die Geschichte eines Schülers, der sich genau die gleichen Fragen stellte. Ich verspreche euch, wenn ihr euch die Zeit nehmt, sie durchzulesen, habt ihr eine etwas andere Sichtweise auf das ganze Thema.

Also viel Spaß mit Wolfgangs kleiner Saxophon-Erfolgs-Story!

 

Das ist die Geschichte über Einen, der los zog, um Saxophon zu lernen.

Darf ich vorstellen: Wolfgang

Wolfgang ist im letzten Herbst 54 Jahre alt geworden. Seit ungefähr 6 Monaten spielt Wolfgang jetzt schon Saxophon, Tenorsaxophon um genauer zu sein.

Aber gehen wir zurück zum Anfang, 6 Monate zuvor…

Gemocht hat er das Instrument schon immer. Er hat viele Jazzplatten zuhause, richtige Klassiker sind auch darunter und viele mit Saxophon: Sonny Rollins, John Coltrane, Hank Mobley, Ben Webster…

Eines Tages surft er ein bisschen auf YouTube herum und schaut sich ein paar Videos von Miles Davis Livekonzerten an. Auf einmal entdeckt er auf der rechten Seite eine Videoempfehlung: „Saxophon lernen für Anfänger“. Und er KLICKT!

Er gelangt auf SaxVideoTraining.com, schaut sich ein wenig um, und kommt auf die verrückte Idee mit seinen 54 Jahren noch einmal Saxophon zu lernen.

Wolfgang hat vorher noch nie ein Instrument gespielt und er kann auch keine Noten lesen. (…Und seine Frau hält das für eine blöde Schnappsidee)

Direkt nach der Anmeldung zum Online-Gratiskurs kommen auch schon die ersten Unterrichtslektionen in sein Email-Postfach geflattert.

Aber Moment mal! Was soll er denn jetzt machen? Er hat ja nicht einmal ein Instrument!
Am nächsten Tag kommt die Email: „Was tun, wenn du noch kein Instrument hast?…“
Ach, das passt ja gut.

Er leiht sich bei der Saxcompany ein nagelneues Yamaha-Tenorsaxophon und legt sofort los.

Die ersten Lektionen gehen schon recht flott. Nach nur einer Woche kann Wolfgang sogar ein Lied mit 6 verschiedenen Tönen von den Noten ablesen. Sehr gut. Das motiviert natürlich!

In Woche 2 kommt aber der erste Frust: Saxophon spielen und dabei noch zählen…das geht überhaupt nicht…“Ach, so ein Schei…benkleister“, denkt er.
Aber er beißt sich durch, und irgendwann klappts auch brav mit dem Zählen: 1, 2, 3, 4…

Jetzt, nach gut 6 Monaten, hat Wolfgang den Anfängerkurs, den Sound-Kurs und das erste Drittel des Technikkurses durchgearbeitet und er will demnächst sogar schon mal langsam mit dem Blueskurs anfangen.

Wenn etwas nicht klappt, wiederholt er die Lektionen einfach so oft wie er will…Die Videos lassen sich ja hin- und her spulen.

Sein großes Ziel für kommenden Herbst: Er möchte gerne auf seiner eigenen Geburtstagsparty ein kleines Lied im Duett vorspielen. Seine Tochter Charlotte übt auch schon fleißig die Begleitstimme.

Hey Wolfgang! Viel Spass dabei…es wird bestimmt großartig!

__________________________

Diese kleine Geschichte zeigt, dass es jederzeit möglich ist ein Instrument neu zu lernen…wenn man Lust darauf hat. Egal, ob du 20, 30 oder sogar 60 Jahre alt bist.

Vielleicht hast du auch Lust bekommen, Saxophon zu spielen. Vielleicht willst du auch irgendwann einen Song auf dem Saxophon jammen können. Es ist viel leichter als du denkst.

Egal, ob du kompletter Neuling bist, oder schon ein paar Jahre Saxophon spielst, du kannst auf der Lernplattform SaxVideoTraining.com aus dem Vollen schöpfen. Es gibt so viele verschiedene Kurse und Lektionen, über 500 Video-Tutorials, PDF-Notenmaterial und MP3-Playbacks…

Schau es dir hier an. Du kannst das ganze 14 Tage kostenlos testen…Vielleicht ist es genau das, was du suchst.

Das Angebot ist aktuell verfügbar. Klick hier und schau es dir an:
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Ich wünsche dir viel Spass

Bernd

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Die 8 häufigsten Fehler beim Saxophonspielen und wie du sie vermeidest!

Saxophon Lernen 101 - Coltrane oder Quietsche-Entchen?

Die 8 häufigsten Fehler beim Saxophonspielen und wie du sie vermeidest!

Ich helfe unzufriedenen Saxophonisten schnell dabei einen großen Sound und eine präzise Technik zu entwickeln. Das funktioniert sogar für Saxophon-Anfänger.

Hallo lieber Saxophonist und liebe Saxophonistin, mein Name ist Bernd Hartnagel. Ich bin Saxophonlehrer bei Saxbrig und SaxVideoTraining.com. Ich unterrichte schon über 25 Jahre dieses wunderbare Instrument. In dieser Zeit habe ich natürlich schon alle möglichen Schülertypen kennengelernt. Ich kann mit Überzeugung sagen, dass ich so ziemlich alle kleinen Problemchen der Saxophonschüler kenne und natürlich auch immer einen guten Tipp auf Lager habe, wie man schnell und effektiv diese Fehler „wegüben“ und beheben kann.

Im Laufe meiner Lehrerkarriere konnte ich immer wieder feststellen, dass die Schüler 8 typische Fehler beim Saxophonspielen machen. Diese Fehler in Kombination führen am Ende dazu, dass der Saxophonist überhaupt nicht „cool“ klingt. Das Saxophonspiel fühlt sich nicht gut an und der Sound erinnert oft an eine Tröte. Das Saxophon ist aber ein ungeheuer ausdrucksstarkes Instrument, das sehr viel mit der menschlichen Stimme gemein hat. Dieser Artikel soll Dir dabei helfen die volle Ausdruckskraft deines Instruments zu entfesseln.

Auch ich selbst hatte früher diese 8 Fehler gemacht und kann daher sehr gut nachvollziehen, wie nervig es sein kann, wenn man einfach nicht die gewünschten Resultate erzielt. Man hat einen bestimmten Sound im Kopf. Genauso will man auch klingen…ABER geht nicht!

In den meisten Fällen braucht man erst einmal einen guten Lehrer, der auf diese Fehler hinweist. Viele Spieler merken es ja überhaupt nicht. Sie machen oft jahre- sogar jahrzehntelang vieles falsch.

Mit diesem kleinen Artikel möchte ich dich gerne auf diese 8 Fehler beim Saxophon lernen aufmerksam machen und dir auch direkt im Anschluss Lösungsvorschläge anbieten. So kannst du gleich an den Schwachstellen arbeiten und wirst schnell besser.

Fehler Nr. 1 - Eine falsche Mundstellung

„Jede Jeck is anders“ (Jeder Narr ist anders) - wie man in Köln so schön sagt. Und das gilt auch für den Saxophon-Ansatz. Jeder Mund ist anders. Genau wie jeder Mensch anders aussieht, eine andere Nase, andere Hände und andere Füße hat, so ist auch bei jedem Menschen der Mundraum etwas anders geformt. Nicht immer passen die obere und untere Zahnreihe anatomisch perfekt aufeinander. Viele Menschen haben einen leichten Überbiss, seltener ist ein Unterbiss. Die Kiefer und das Gebiss passen sich dieser Position im Wachstum natürlich an.


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Der häufigste Fehler, den man beim Saxophon-Ansatz beobachten kann, ist eine falsche Mundstellung zum Mundstück. Es gibt zwei Extreme: Manche Spieler schieben ihren Unterkiefer zu weit nach vorne. Die Unterlippe ist dadurch sehr weit hinten am Blatt (an der dicken Stelle des Blattes). Dadurch wird der Ton sehr schwer kontrollierbar und klingt meist scharf und blechern. Durch diese Kieferstellung entstehen zu viele laute Obertöne, die den eigentlichen Ton stark überlagern.

Das andere Extrem gibt es auch: Der Saxophonspieler nimmt das Mundstück nicht weit genug in den Mund. Seine Lippen umschließen die kleine Mundstückspitze. Hierdurch schwingt nur ein ganz kleiner Teil der Blattspitze und produziert einen sehr kleinen, fast flüsternden Ton. Wer mit solch einem Ansatz spielt, hat keine Chance einen lauten vollen Ton zu erzeugen, egal wie viel Luftdruck er gibt.

Lösung - Finde zuerst die richtige Mundstellung

Das ist leichter gesagt als getan! Wie findest du nun die perfekte Stelle am Mundstück? Das geht nur durch ausprobieren, immer und immer wieder. Einen guten Richtwert hat man, wenn man die obere Zahnreihe ungefähr einen Zentimeter von der Mundstückspitze weg plaziert. Das ist natürlich nur ein grober Wert und sehr theoretisch. Um wie gesagt: Jeder Mund ist anders.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen ob du richtig ansetzt kannst du folgende Übung machen:

1. Forme deine Lippen wie wenn du ein F sprichst. Mach dir bewußt wie dabei Unter- und Oberlippe zueinander stehen. Versuche das Gefühl abzuspeichern.

2. Nimm nun das Mundstück in den Mund. Denke an das F und probiere mit wenig Luftdruck einen Ton zu spielen. Wenn kein Ton herauskommt, kannst du verschiedene Dinge ändern: Das Mundstück etwas weiter aus dem Mund nehmen, Den Lippendruck (mit der Unterlippe) ganz sachte erhöhen, den Luftdruck verstärken oder ein leichteres Blatt verwenden.

3. Du musst immer wieder probieren. Am besten spielst du immer nur einen langen Ton. Ein G ist für diese Übung perfekt. Es geht hier nicht um Technik, sondern nur um den richtigen Ansatz. Nur Geduld.

Fehler Nr. 2 - Zuviel Druck auf das Blatt - Die Beißer-Schüler

Früher wurde der Saxophon-Ansatz von vielen klassischen „Klarinetten-Saxophon-Lehrern recht primitiv erklärt:

Herr Lümml sagt: „Zuerst ziehst du die Unterlippe über die unteren Zähne. Dann nimmst du das Mundstück in den Mund. Das Mundstück hältst du nun mit beiden Kiefern fest im Mund. Das war es! Kapiert?“

NIX KAPIERT - hat der Lehrer!

Abgeleitet wurde diese Methode wahrscheinlich vom Klarinetten-Ansatz. Viele Saxophonisten waren früher zuerst Klarinettisten und hatten logischerweise jahrelang den Klarinetten-Ansatz trainiert. Dadurch, dass beide Mundstücke sich sehr ähneln, schließt man darauf, dass der Ansatz auch ähnlich funktioniert. DAS IST ABER TOTAL FALSCH!

Bei der Klarinette geht alles etwas „fester, härter und mit mehr Kraft!“. Man braucht tatsächlich bei einer Klarinette etwas mehr Druck, sowohl vom Ansatz her als auch von der Luft. Die Bauweise der Klarinette unterscheidet sich sehr stark von der eines Saxophons. Nur die Griffweise und die Funktionsweise (Holzblasinstrument) sind identisch oder fast identisch.

Wenn man nun mit solch einem „harten“ Ansatz versucht einen schönen Saxophon-Sound zu erzeugen, wird man schnell enttäuscht sein. Durch die feste Unterlippe über den Zähnen wird der ganze Ansatz extrem starr und fest, wodurch man das Blättchen sehr stark daran hindert schön frei zu schwingen. Der Ton wird unflexibel und fiepsig. Der Sound ist klein und schwach und erinnert mehr an eine Klarinette (…ach was, echt?)

Lösung

Die Unterlippe muss in einer natürlichen Stellung bleiben. Das bedeutet nicht, dass du sie nach außen stülpen sollst. Wenn du deinen geschlossen Mund im Spiegel anschaust, siehst du eine natürliche Mundstellung. Das ist auch schon alles. Mit dem Mundstück im Mund sollen die Lippen ganz ähnlich aussehen.

Fehler Nr. 3 - Ungenaues Anstoßen

Es gibt Saxophonisten, die nicht wissen, dass man Töne mit der Zunge anstößt. Das ist kein Witz!

Eines Tages kam ein Schüler zu mir, mit dem Wunsch improvisieren zu lernen. Er erzählte mir einen Tag vorher am Telefon, dass er schon 20 Jahre professionell unterwegs sei. Er spiele mit namhaften Tanzbands und Musikkapellen. Er könne eigentlich alles, außer improvisieren. Ok, die Messlatte war gelegt. Ich hatte eine Vorstellung wer da zu mir kommt, und hatte auch schon einige Ideen, um dem Schüler einen guten Einstieg in die Improvisation zu geben.

Als wir uns am nächsten Nachmittag das erste Mal trafen und zusammen einen Jazz-Standard anstimmten, dachte ich sofort: „Da stimmt irgendwas nicht. Das klingt alles sehr undefiniert und wischi-waschi!“

Als ich zu ihm meinte er solle doch mal deutlicher anstoßen, entgegnete er erstaunt was ich damit meinen würde!

Ach was! Der Saxophonist, der schon seit 20 Jahre als Profimusiker unterwegs ist, wusste nicht, dass man die Töne mit der Zunge anstößt.

Das haute mich echt um! Ich dachte erst „Der veräppelt mich, oder?“ Statt mit der Zunge zu stoßen, hatte er das ganze Thema durch den Luftstrom und mit Hilfe des Zwerchfells gelöst. Das klang natürlich total anders (und gar nicht mal sooo gut!)

Den Zungenstoß lernt der Schüler normalerweise direkt man Anfang. In den ersten paar Unterrichtsstunden. Was sich zu Beginn etwas komisch anfühlt, wird schnell zur Gewohnheit und gehört einfach dazu. Nicht jeder Ton wird angestoßen, das ist klar. Erst das Zusammenspiel einzelner Möglichkeiten der Phrasierung, läßt eine Melodie wirklich lebendig werden.

Stell dir mal vor du willst den folgenden Satz ohne Zungenstoß artikulieren: „Guten Tag, Tobias. Trinkst du täglich Tee?“ Was dabei herauskommt klingt dann ungefähr so:“Guhen Hag, Hobias. Hingst su häglich hee?“. Bei jedem T oder D stößt die Zunge an den vorderen Gaumen. Nur durch das Anstoßen kann man den Sprechenden klar verstehen. Je besser die Artikulation, desto deutlicher die Aussprache. Beim Saxophon ist das nicht viel anders.

Wenn du dir Sonny Rollins mal anhörst, merkst du gleich wie stark und genau er anstößt. Durch das Anstoßen entsteht Kraft und Power im Sound. Das Anstoßen hat etwas perkussives, wie bei einem Schlagzeug. Es ist wie ein „kleiner Knall“. Der Spieler macht klar, wo der Ton beginnt.

Lösung - Ta Ta Ta Ta

Du kannst Tonleitern üben und dabei jeden Ton anstossen. Um die Zunge zu trainieren übst du am Besten mit Hilfe eines Metronoms und versuchst jedes Mal ein bisschen schneller zu werden. Ich empfehle meinen Schülern ganz am Anfang immer jeden Ton anzustoßen. Auch wenn in den Noten etwas anderes steht. Einfach nur, damit sie die Bewegung lernen und eine Routine entwickeln. Das ist wichtig. Nur wenn die Zunge gut funktioniert (und zwar ohne dass man sich jedes Mal auf das Anstoßen konzentrieren muss), kann man sich anderen Facetten der Musik zuwenden: wie Phrasierung, Dynamik u.s.w. Achte beim Anstoßen immer darauf, dass deine Zunge eine lockere und unverkrampfte Bewegung macht. Die Zunge muss vorne an die Mundstückspitze kommen, nicht nur kurz davor. Zum Anstoßen braucht man keine Kraft. Es ist eher einer lockere aber genaue Bewegung.

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Fehler Nr. 4 - Falsche Atmung

Als Sänger oder Bläser brauchen wir die Bauchatmung. Nur so können wir viel Luft holen. Bauchatmung ist die Atmung, die der Mensch natürlicherweise einsetzt, wenn er nicht darüber nachdenkt. Wenn du schläfst, wenn du entspannt auf dem Sofa liegst, dann machst du die Bauchatmung.

Die häufigsten Fehler, die ich immer wieder beobachte, haben mit einer schlechten oder falschen Atmung zu tun. Es gibt viele Schüler, die behaupten, Saxophonspielen sei sehr anstrengend. Natürlich, wenn man auf der Bühne steht und beim Solo „Alles gibt“ mag das ja stimmen. Aber normalerweise kann sogar ein kleines Kind ohne Probleme einen langen Ton auf einem Baritonsaxophon spielen.

Wenn die Luft knapp ist, hat es wieder mit der fehlenden Entspannung zu tun. Viele Schüler verkrampfen und „japsen“ quasi nach Luft. Jeder der richtig einatmet, hat genug Luft, um mindestens 10 - 15 Sekunden den Ton auszuhalten. Das sollte kein Problem sein. Manche haben sich angewöhnt durch die Nase einzuatmen. SORRY!, aber das geht gar nicht. Es dauert viel zu lange und es kommt nicht genug Luft hinein. Der Schüler holt dann alle 3 oder 4 Töne Luft. Das nervt und strengt ungeheuer an.

Lösung - lange Töne üben

Um sich eine gute Atmung anzutrainieren, kannst du lange Töne spielen. Es ist ein bisschen so wie Atemübungen bei der Meditation. Bleibe aber immer entspannt. Atme komplett aus, dann wieder komplett ein. Die Luft fließt dabei nach unten. Der Bauch geht raus, die Brust hebt sich nur leicht. Dann spielst du ein „G“ und hältst den Ton so lange, bis deine Luft zu Ende geht. Kurze Pause, dann noch mal…und noch mal. Lass dir Zeit.

Fehler Nr. 5 - Verkrampfte Finger

Das Saxophon ist ein ergonomisch geformtes Instrument. Um die Klappen zu bedienen, muss man sich nicht verbiegen. Alle Handbewegungen sind sehr natürlich. Das Saxophon ist quasi perfekt an die menschliche Anatomie angepasst. Trotzdem neigen viele Saxophonisten dazu übertrieben viele oder unnütze Bewegungen zu machen. Finger-Abspreizen ist der häufigste Fehler. Jeder Finger, der nicht in Gebrauch ist, wird so weit wie möglich von der Klappe abgespreizt. Das hat zur Folge, dass der Spieler unnötig große Bewegungen macht und langsam wird. Wenn du dir Videoaufnahmen von Saxophonisten anschaust, siehst du oft gar keine Fingerbewegungen. Es sieht manchmal so aus, als spielten sie gar nicht. Das kommt durch die minimalen Bewegungen der Finger. Du kannst beim Spielen deine Finger auf den Klappen ruhen lassen, auch wenn sie nicht gedrückt sind.

Ein anderes Problem sehe ich häufig, wenn Saxophonisten mit sehr viel Kraft die Klappen herunterdrücken. Kraft braucht man zum Saxophonspielen überhaupt nicht. Die Lederpolster schließen von ganz alleine, sobald sie auf den Tonlöchern liegen. Es ist ein leichtes „Plopp“ zu hören.

Wenn du mit Kraft spielst, wirst du auch schnell verkrampft und langsam.

Lösung

Spiele eine Tonleiter und achte dabei ganz bewußt auf eine entspannte Fingerhaltung. Versuche alle Finger in Klappen-Kontakt zu halten. Mache es langsam und bewußt. Wenn du schon eine Weile spielst und dir angewöhnt hast die Finger zu spreizen, wird es sich wahrscheinlich sehr ungewohnt anfühlen. Teste einfach mal wie wenig Druck nötig ist, damit die Klappe schließt.

Fehler Nr. 6. Falsche Körperhaltung

Genau wie die richtige Mundstellung, so ist auch die gesamte Körperhaltung für ein entspanntes Spielgefühl entscheidend. Es gibt sehr viele komische Eigenarten unter Saxophonisten. Wer kennt nicht die „Action“-Bilder der Show-Saxophonisten, die sich beim Solo sportlich verausgaben, das Saxophon nach oben reißen, oder beim Spielen in die Knie gehen. Das ist für das Publikum natürlich spektakulär und bei „Show-Saxophonisten“ ist das normales Handwerkszeug, aber auch totaler Quatsch!

Häufige Haltungsfehler sind:

- das Saxophon hängst zu hoch oder zu tief

- kein sicherer Stand mit beiden Füßen parallel auf dem Boden

- hochgezogene Schultern

- verdrehter Oberkörper

Lösung:

Ein gute Haltung beim Saxophonspielen bedeutet: Ein fester Stand mit beiden Füßen parallel am Boden. Den Saxophon-Gurt richtig in der Höhe eingestellt. Das Mundstück soll dabei genau zum Mund zeigen, ohne dass man sich verbiegen muss. Ein aufrechter Stand. Man stelle sich vor, der Kopf würde an einem Faden nach oben gezogen, wie bei einer Marionette. Die Schultern hängen entspannt und locker nach unten. Die Oberarme hängen entspannt an den Seiten herab und die Hände umgreifen seitlich das Saxophon, ohne die Handgelenke zu verdrehen. Wenn du einfach nur darauf achtest, dass alles seinen natürlichen Bewegungsabläufen folgt, bist du auf dem richtigen Weg.

Fehler Nr. 7. Fehlende Atemstütze

„Das Saxophon ist ein Blasinstrument für faule Leute!“ Das sagte mal einer meiner Dozenten zu mir, als Anspielung auf meine nichtvorhandene Atemstütze. Tatsächlich ist es so, dass man Saxophon spielen kann, ohne viel über Atmung zu wissen. Jeder Bubi bekommt einen Ton heraus. Das ist einerseits natürlich toll, aber andererseits verleitet es auch häufig dazu, „schlampig“ zu spielen. Wenn du schon mal versucht hast auf einem Blechblasinstrument (Trompete, Posaune etc.) einen Ton anzublasen, wirst du festgestellt haben, dass das nicht so „easy-peasy“ geht. Blechbläser müssen viel bewußter die Stütze und die Atmung einsetzen, um überhaupt einen Ton spielen zu können. Und deshalb beschäftigen sich Blechbläser auch in jeder Übe-Session erst mal mit den 3 Basics = Ansatz, Atmung und Stütze.

Die meisten Saxophonisten im Hobby und Amateurbereich werden die Atemstütze wenig bis gar nicht bewußt einsetzen. Manche machen es intuitiv richtig, viele aber haben keinen blassen Schimmer!

Nur wer beim Spielen bewußt die Rumpfmuskulatur zum Einsatz bringt, kann einen fetten und lauten Ton spielen. In Kombination mit allen anderen wichtigen Faktoren, kann jeder Spieler einen richtig guten Klang auf dem Saxophon entwickeln.

Lösung

Um überhaupt die Muskelgruppen zu spüren, die man zum Stützen braucht, kannst du einfach mal ein bisschen rumschreien! Ja, genau. Jeder der seine Stimme erheben will, braucht diese Stütze. Du spürst dann direkt, welche Muskeln sich anspannen. Ein anderes gutes Beispiel findest du, wenn du hustest. Auch beim Husten brauchst du diese Stütz-Muskeln.

Um nun Stütze zu üben kannst du lange Töne als Crescendo (von leise nach laut) spielen. Versuche am Ende bis zum Äußersten zu gehen, also so laut zu spielen, dass es schon in den Ohren klingelt. Gib alles!

Fehler Nr. 8 - Schlechte Vorbereitung des Equipments

Saxophonisten haben sehr viele Equipment-Teile, auf die sie achten müssen. Schon der Schnabel besteht aus 3 Teilen (Mündstück, Ligatur und Blatt). Dann gibt es den S-Bogen und den Korpus. Ich sehe es leider allzu oft, dass Schüler dem Zusammensetzen des Instruments nicht genügend Aufmerksamkeit und Geduld entgegenbringen. Wenn der Ton dann nur schwer anspricht, wundern sie sich und denken das Saxophon sei kaputt. Bei genauerer Betrachtung passieren die häufigsten Fehler beim Montieren des Blattes auf das Mundstück. Mal liegt das Blatt schief auf dem Mundstück-Tisch, mal ist das Blatt tiefer oder höher als die Mundstückspitze montiert, oder im schlimmsten Fall ist das Blatt abgeknickt oder uralt.

Ich habe auch schon einige Kunststücke mit dem S-Bogen gesehen. Manchmal rutsch die Oktavklappen-Verbindung beim Zusammenstecken über die Oktavklappe des S-Bogens und verkeilt sich dann. Oder der S-Bogen wird nicht komplett auf den Korpus geschoben. Dadurch lässt sich das Instrument nicht mehr stimmen.

Ich kann mich noch gut an eine Unterrichtsstunde erinnern, die nur daraus bestand das Saxophon des Schüler zu stimmen (was einfach nicht möglich war). Unten war es extrem tief und oben sehr hoch. Wir hatten alles probiert: zig neue Blätter, anderes Mundstück, Ansatz. Es ging einfach nicht.

Nach 45 Minuten gaben wir dann enttäuscht auf und der Schüler packte sein Saxophon zusammen. Als er den Durchziehwischer durch das Saxophon zog machte es „plirr“ und die Mundstück-Kappe fiel uns aus dem Trichter entgegen. Dann kam der Lachkrampf (der übrigens auch die Atemstütze braucht!).

Lösung

Du solltest wirklich darauf achten, dein Blatt ganz gewissenhaft auf das Mundstück zu montieren. Wenn du das Blatt schon einige Zeit gespielt hast, kannst du mal ein frisches probieren. Mit „einige Zeit“ meine ich 6 Wochen bis 2 Monate. Es kommt immer darauf an wie viel du spielst.

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Über den Autor:

Bernd Hartnagel ist geboren und aufgewachsen im südhessischen Lorsch. Während der schulischen Ausbildung in Bensheim, stand für ihn schon sehr früh fest, dass es ihn beruflich in den Musikbereich zieht. Schon in den ersten Jahren als Saxophonschüler war der Wunsch nach eigenen Projekten und Bands sehr groß. Er studierte Jazzsaxophon, Klarinette und Querflöte an der Hochschule für Musik in Köln. Seine Lehrer waren unter anderen Wolfgang Engstfeld, Frank Gratkowski, Bill Dobbins, Tom van der Geld.

Heute ist Bernd hauptsächlich als Musiker und Instrumentalpädagoge tätig. Mit 20 Jahren Unterrichtserfahrung an städtischen und privaten Musikschulen gibt er nun seinem Unterrichtskonzept in der Kinder- und Erwachsenenbildung in der eigenen Schule in Köln neuen Raum. Man sieht ihn in eigenen Musikprojekten genauso wie als Sideman im Jazz und Popbereich (Marla Glen Band, ZDF Fernsehgartenband Hipshack, Verleihung d. Deutschen Fernsehpreises). Bei der Zusammenarbeit mit dem Landesjugendjazzorchester Hessen tourte er durch Südamerika, Kanada, Südafrika, Russland.

Bernd war auch mehrfach als Saxophon-Coach für Film und Fernsehproduktionen tätig und bereitete die Darsteller auf ihre Rollen vor.